9. April 2026

Mehr wirtschaftliche Kooperation und Diplomatie mit Iran

Warum Deutschland seine wirtschaftliche Kooperation mit Iran ausbauen sollte

Erleichtert blickt die Welt auf den Waffenstillstand zwischen Iran und den USA. Als Makler des Friedens wird Pakistan gelobt und die Rolle Chinas eher in Halbsätzen erwähnt, zu Unrecht. In einer detaillierten Beschreibung der diplomatischen Abläufe berichtet nun die New York Times wo die Fäden für diese Friedenshoffnung zusammenlaufen, im chinesischen Außenministerium in Peking. China baut seit Jahren seine wirtschaftlichen Beziehungen zu den Golf-Staaten aus und begleitet dies mit einer sehr aktiven Diplomatie. Mit dem Iran gibt es seit 2021 ein 25-jähriges umfangreiches Abkommen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit, Handel und Investitionen mit Saudi-Arabien haben sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht, Pakistan ist durch Kreditvergaben im Rahmen des chinesischen Projekts der Neuen Seidenstraße wirtschaftlich stark von China abhängig. Die Machthaber in Peking nutzen diese wirtschaftliche Macht politisch. Im Oktober 2023 waren sie Gastgeber und Mitunterzeichner einer Vereinbarung zwischen Iran und Saudi-Arabien, die das Ziel hatte die bilateralen Streitigkeiten zu beenden. Wirtschaftliche Beziehungen schaffen politischen Einfluss. Während der letzte Besuch eines Iranischen Außenministers in Berlin 25 Jahre her ist, gab es mehr als 20 offizielle Reisen nach Peking. Man darf sich keine Illusionen über die Intentionen der Chinesen machen. Sie bauen ihren Einfluss ruhig und diplomatisch geschickt aus, Menschenrechte, Demokratie sind nicht ihr Ziel. Der Mechanismus wirtschaftliche Macht und aktive Diplomatie funktioniert aber offensichtlich. Im Gegensatz dazu haben Deutschland und die Europäer ihr Heil in einer umfassenden wirtschaftlichen Sanktionierung und dem Versuch einer Isolierung des Irans gesucht. In Deutschland wurden Moscheen geschlossen, Generalkonsulate geschlossen, man ignoriert mittlerweile selbst diplomatische Routinetermine wie iranische Nationalfeiertage mit dem nüchternen Ergebnis keinen Schritt weiterzukommen und völlig unbedeutend, am Rand des Geschehens zu stehen. Nicht nur in Sachen Iran, sondern in der ganzen Region. Deutsche Außenpolitik fällt in der Region nur noch auf, wenn der Kanzler die Kontrolle verliert und die Angriffe auf den Iran als „Drecksarbeit“ bezeichnet. Unser emsiger Außenminister Wadephul reist gefühlt wöchentlich in die Region nicht um mit Initiativen zu gestalten, sondern um auf dem Laufenden zu bleiben, was eigentlich passiert. Es wird Zeit für eine völlig neue Iran-Politik. Die braucht Deutschland übrigens dringender als der Iran, sollte es noch den Anspruch haben, seine Interessen in der Welt wirksam zu vertreten.

Zurück

©Deutsch-Iranische Handelskammer e.V.. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.