Sanktionen gegen Iran - Auf dem Rücken des Volkes
22.02.2012Wer den Effekt der Sanktionen des Westens gegen den Iran spüren will, muss nicht nach Persien reisen. Aktuell reicht ein Blick auf die Anzeigen an den deutschen Tanksäulen. In Hamburg zeigen sie 1.65 Euro für den Liter Super. Ein Rekordhoch, das seine Ursache auch im Atomstreit des Westens mit dem Iran hat. Denn die iranische Regierung hat Deutschland und weiteren EU-Staaten mit dem Stopp der Öllieferungen gedroht. Sollten diese Länder ihre "feindlichen Handlungen" fortsetzen, werde der Export eingestellt, hatte Vize-Ölminister Ahmed Kalebani am Wochenende gesagt. Der Ölpreis stieg prompt auf seinen höchsten Stand seit neun Monaten. Und zack - gingen auch die Preise an den Zapfsäulen nach oben.
Wahnsinn mit Methode, über den Orash* nur den Kopf schütteln kann. Der 32-jährige Iraner lebt und arbeitet seit neun Jahren in Deutschland und hält vom Embargo gegen sein Heimatland herzlich wenig. Nicht, weil er die Politik der Regierung von Mahmud Ahmedinadschad vorbehaltlos unterstützen würde, sondern weil er sieht, dass die Sanktionen dem Mullahregime nicht schaden. "Die einfachen Leute müssen die Zeche zahlen, nicht die Politik, die die Verantwortung trägt." Bei seinem letzten Besuch in der alten Heimat vor zwei Monaten konnte er es schon sehen: "Die Mieten sind gestiegen, die Preise in die Höhe geklettert. Die Menschen machen sich große Sorgen um ihre Zukunft."



