EU-Boykott gegen Iran: Nullsummenspiel mit unerwünschten Folgen
09.01.2012Ende Januar treffen sich die Vertreter der EU-Staaten in Brüssel, um einen Importverbot von iranischem Erdöl nach Europa zu diskutieren und die Sanktionen auf den iranischen Energiesektor auszuweiten. Dies geschieht vor allem durch neue Sanktionen der Vereinigten Staaten, die alle Firmen vom amerikanischem Finanzsystem kappen wollen, welche innerhalb von sechs Monaten noch Handel mit dem Iran betreiben.
Während die Medien die Sanktionen bereits fest vor Augen haben und unbestätigte Diplomatenmeldungen aus Brüssel von einer Einigung der EU Staaten sprechen, lässt ein Blick auf die Faktenlage etwas anderes erahnen. Zwar bezieht die gesamte EU nur 4,4 % seines Ölbedarfs von der Islamischen Republik, allerdings sind diese Importe sehr ungleichmäßig verteilt. Beispielsweise beziehen Frankreich, Deutschland und Großbritanien nicht mehr als drei Prozent der iranischen Ölexporte. Genau diese Länder sind es jedoch, die am meisten auf ein Ölembargo pochen, da sie selber kaum betroffen sein werden. Hingegen müssen die schuldengeplagten Länder Griechenland, Italien und Spanien um ihre Energiesicherheit bangen. Diese drei Länder beziehen alle etwa 13% ihres täglichen Ölbedarfs aus dem Iran – eine Quantität, die bei einem Ausfall erhebliche Einflüsse auf die ohnehin schwache Wirtschaft haben könnte. Für diese Länder ist es geradezu unmöglich, in solch kurzer Zeit alternative Lieferanten ausfindig zu machen. Sollte es dennoch gelingen die benötigten Mengen von weiteren großen Ölexporteuren wie Saudia-Arabien oder anderen Golfstaaten zu beziehen, werden die EU Staaten nicht nur mit einer wachsenden Abhängigkeit konfrontiert, sondern auch mit weit höheren Ölpreisen aufgrund der höheren Nachfrage.
News Archiv


