Erstes Europäisch-Iranisches Forum bereitet sich auf Ende der Sanktionen vor

 www.irananders.de berichtet:
Während immer noch nicht absehbar ist, wohin sich die Atomverhandlungen der G5+1 mit der Islamischen Republik Iran - und damit auch die scharfen unilateralen Sanktionen gegen Iran - bewegen, bereitet man sich in Teilen der westlichen Geschäftswelt schon auf den Tag X vor, an dem diese endgültig der Vergangenheit angehören könnten.

Ein untrügliches Signal in diese Richtung war dabei das von der in Brüssel ansässigen, exklusiven und renommierten englischsprachigen Wochenzeitung European Voice organisierte erste Europäisch-Iranische Forum in London, das am 15. und 16. Oktober 2014 stattfand und zu dem sich neben 200 vorwiegend aus der Wirtschaft stammenden Teilnehmern, die aus den USA, der EU und Iran kamen, auch zahlreiche prominente Gäste einfanden. Das Forum stand unter dem Motto „Vorbereitung von Investitionen und Handel für die Zeit nach den Sanktionen".

Einer der Gäste war der frühere britische Außenminister Jack Straw, der ungewohnt scharfe Kritik an der Politik der USA und der EU übte und vor allem den europäischen Politikern Unfähigkeit vorwarf, die Islamische Republik als Regionalmacht anzuerkennen und die gemeinsamen Interessen zwischen Brüssel und Teheran zu erkennen.

Straw, der derzeit als Abgeordneter der Labour-Partei im Unterhaus sitzt, bezeichnete es in seiner Eröffnungsrede als wenig hilfreich, immer nur die Probleme in den Beziehungen zu dem Staat am Persischen Golf zu thematisieren und nicht die gemeinsamen Interessen zu erkennen. Nicht zuletzt deshalb würden auch die britischen Wirtschaftsinteressen in Iran geschädigt, während die US-Exporte in den vermeintlichen Schurkenstaat ansteigen. Ein Phänomen, dass immer wieder auch von deutschen Wirtschaftsleuten beobachtet und beklagt wird.

Straw: „Teilvereinbarung ist besser als gar keine"

Der frühere Außenminister gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die derzeit stattfindenden Gespräche zwischen den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Weltsicherheitsrates, Deutschland und Iran bis zur Frist vom 24. November in eine endgültige Vereinbarung zur Klärung der Atomfrage münden würden, und er mahnte an, dass selbst eine Teilvereinbarung angesichts der neuen Herausforderungen in der Region - für die nicht zuletzt der Vormarsch der Terrormiliz IS steht - besser wäre als gar keine Vereinbarung.

Auch Sir Martine Sorrell, Gründer und CEO des weltgrößten Marketingkommunikationsunternehmen WPP, war ebenfalls Redner auf der Konferenz und setzte einen deutlichen Kontrapunkt. Sir Sorrell sagte klar, dass er in Iran erhebliche wirtschaftliche Chancen und Möglichkeiten sehe, sein Unternehmen aber Geschäftsaktivitäten in den USA habe und so sein Unternehmen erst im iranischen Markt tätig werde, wenn alle EU- und US-Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden würden.

Trotz Sanktionen ist gegenwärtiger Iran-Handel attraktiv geblieben

In zwölf Workshops und fünf Plenumsveranstaltungen ging es auf dem Forum sowohl um wirtschaftliche Chancen für einzelne Sektoren in Iran als auch um kulturelle Themen. Dabei machten Unternehmen wie die schweizer Investitionsgesellschaft Mistral deutlich, welche Möglichkeiten es schon heute im Bereich der erneuerbaren Energien in Iran gebe. Andreas Schweizer, Geschäftsführer der Gesellschaft, berichtete über drei Windenergie-Parks, die Mistral derzeit erfolgreich in Iran betreibe. Mohammad Reza Ansari, Chef des größten iranischen Bauunternehmens Kayson, schilderte in einer viel beachteten Rede die Infrastruktur-Projekte seines Unternehmens, die sich mittlerweile auch weit über Iran ausbreiteten.

Der Bereich Öl und Gas ist durch die bestehenden Sanktionen sehr hart getroffen und erlaubt deshalb für europäische Unternehmen nur in Einzelfällen Exporte. In einer außerordentlich detaillierten Diskussion präsentierten internationale Fachleute wie Elham Hassanzadeh vom Oxford Institute for Energy and Research aber die Chancen und Möglichkeiten, die sich für europäische Unternehmen nach einem Ende der Sanktionen ergeben können. So erfüllte die Veranstaltung auch das ausdrückliche Ziel der Veranstalter, sich über Handel und Investitionen in Iran nach einer Aufhebung der Sanktionen Gedanken zu machen.

Neben den Chancen, die der iranische Markt bietet, gab es aber auch eine sehr realistische Diskussion über die Punkte, die außerhalb der Sanktionen verändert werden müssen, um Iran zukünftig zu einem attraktiven Land für ausländische Investitionen zu machen. Teheran muss aufhören, die ausländischen Sanktionen als Ausrede für das Zögern bei notwendigen Wirtschaftreformen zu machen. Im Plenum zum Thema Investitionen wurden u. a. eine echte Privatisierung von Staatsunternehmen und eine Bekämpfung der Korruption als wichtige Aufgaben zur Steigerung der Investitionen gefordert.

Am Ende der zweitägigen Veranstaltung zog die große Mehrzahl der Teilnehmer ein positives Resümee des ersten EU-Iran-Forums. Die von anti-iranischen NGOs als PR-Veranstaltung Irans kritisierte Veranstaltung zeigte in vielen Aspekten eine ausgewogene und realistische Darstellung der wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran und die Perspektiven für eine Zeit nach den Sanktionen.

Unter den Unterstützern der Veranstaltung befand sich auch die Deutsch-Iranische Handelskammer e.V..

 

 

 OFAC macht 2014 Rekordumsatz

 US-Behörde erhebt mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar Strafen.

 Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministerium hat die Aufgabe Wirtschafts- und Handelssanktionen durchzusetzen und hat sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert mit Unternehmen, die angeblich Sanktionsverstöße begangen haben, außergerichtliche Strafzahlungen zu vereinbaren. Eine unabhängige gerichtliche Überprüfung findet quasi nie statt. Auffällig ist, daß die OFAC zwar auch US-Unternehmen davon überzeugt „freiwillig" Strafzahlungen zu akzeptieren, es aber bei europäischen Unternehmen richtig in der Kasse klingelt... Für die betroffenen Unternehmen ist dabei das Szenario immer ähnlich. Zunächst berichten Medien darüber, daß die OFAC gegen ein Unternehmen wegen Sanktionsverstößen ermittelt. Bei börsennotierten Unternehmen reagiert der Aktienkurs sofort nach unten. Im nächsten Schritt kontaktieren betroffene Unternehmen die OFAC , verhandeln und werden in den Verhandlungen meist auch davon überzeugt, daß sie der OFAC weitgehende Einblicke in ihre Geschäftsaktivitäten geben, am Ende einigt man sich in vielen Fällen auf eine Strafzahlung. Es gibt erfahrene Beobachter, die dieses Verfahren in die Nähe von Erpressung bringen. 2014 war für die OFAC ein besonders einträgliches Jahr insgesamt wurden Strafzahlungen von über 1,2 MilliardenUS $ verbucht:

             
  Civil Penalties Information Chart       
  Detailed Penalties Information Aggregate Number of Penalties or Settlements  Monthly Penalties/Settlements Total in USD      
  ​09/09/2014 ​1 ​200,000 Zulutrade Inc.,USA     
  ​09/03/2014 ​1 ​217,841 Citigroup, USA    
  ​08/27/2014 ​1 ​19,125 Branch Banking and Trust, USA  
  ​07/25/2014 ​1 ​4,073,000 Epsilon Electroncs USA    
  ​07/24/2014 ​1 ​27,000 Procesadora Campofresco,Inc., USA   
  ​07/24/2014 ​1 ​​16,562,700 Bank of America, USA    
  ​07/17/2014 ​1 ​​21,375 Tofasco of America, Inc., USA  
  ​06/30/2014 ​1 ​963,619,900 BNP Frankreich    
  ​06/27/2014 ​1 ​89,775 Red Bull North America, Inc., USA  
  ​06/25/2014 ​1 ​64,758 Network Hardware Resale LLC, USA   
  ​06/05/2014 ​1 ​50,922,208 Fokker,  Holland    
  ​05/08/2014 ​1 ​279,038 American International Group, Inc., USA
  ​05/06/2014 ​1 ​2,809,800 Decolar Inc., USA    
  ​05/06/2014 ​1 ​29,340 Individual person, USA    
  ​04/18/2014 ​1 ​5,990,490 CWT B.V., Holland    
  04/02/2014​ 1​ 85,113​ Sea Tel Inc. , USA    
  03/31/2014​ 1​ 157,500​ GAC Bunker Fuels (USA) LLC  
  03/06/2014​ 1​ 504,225​ Ubiquiti Networks, USA     
  01/27/2014​ 1​ 9,492,525​ Bank of Moscow, Russland  
  01/23/2014 1​ 151,902,000 Clearstream Banking S.A., Luxemburg
  Total: 20 1,207,067,713      

 

Iranische Wirtschaftsdelegation in Deutschland

 

Besuche in Hamburg, Berlin, Hannover vom 23.-27. November.

 

Eine 10-köpfige Wirtschaftsdelegation aus dem Iran, wird vom 23.-27.11.2014 Deutschland besuchen. Die Gruppe besteht aus namhaften iranischen Unternehmen aus folgenden Branchen:

-          Ölindustrie

-          Gasindustrie

-          Petrochemie

-          Finanzbranche

-          Bauindustrie

-          Zementindustrie

-          Pharmazie

-          Medizintechnik

-          Ingenieurdienstleistungen

-          Stahlindustrie

 

Die Deutsch-Iranische Handelskammer e.V. organisiert für interessierte Firmen Einzelgespräche mit den iranischen Unternehmen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an info@dihkev.de

 

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Die Branche in Zahlen

Die EU hat eine neue Durchführungsverordnung der Iran-Sanktionen erlassen, die teilweise gravierende Veränder ungen im Bereich der Güterlisten, Erdgas, Petrochemie und Finanzabwicklung beinhaltet.

Die Branche in Zahlen

Die EU hat eine neue Durchführungsverordnung der Iran-Sanktionen erlassen, die teilweise gravierende Veränder ungen im Bereich der Güterlisten, Erdgas, Petrochemie und Finanzabwicklung beinhaltet.
Praxisrelevante Konsequenzen der neuen EU Sanktionen behandelt die Veranstaltung am 16.01.2013. Praxisrelevante Konsequenzen der neuen EU Sanktionen behandelt die Veranstaltung am 16.01.2013.

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